Bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) geht es darum, eine Website so anzupassen, dass sie bei Google oder Bing auf den vorderen Plätzen landet. KI-SEO sorgt dagegen dafür, dass Ihre Inhalte direkt in den Antworten von KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity auftauchen.
Da in Zukunft immer mehr Menschen KI-Modelle für ihre Suche nutzen, brauchen Sie beide Ansätze: Nur so bleibt Ihre Marke sowohl in klassischen Suchmaschinen als auch bei KI-Systemen sichtbar.
Daten des Analyse-Tools Semrush deuten darauf hin, dass KI-Modelle bereits 2028 mehr Suchanfragen beantworten könnten als traditionelle Suchmaschinen. Gleichzeitig vermischen sich die Suchergebnisse schon heute: Google und Bing zeigen neben den gewohnten blauen Links immer häufiger KI-Zusammen-fassungen an.
Doch was bedeutet diese Entwicklung konkret für Ihre SEO-Strategie? Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Aufgaben der traditionellen Suchmaschinenoptimierung den neuen Anforderungen im KI-Zeitalter gegenüber:
Erläuterungen zur Tabellenübersicht:
Recherche
- Klassisch: Man optimiert Webseiten gezielt für einzelne, vorher definierte Suchbegriffe (Keywords).
- Mit KI-SEO: Sie decken ganze Themenbereiche umfassend ab. Da Menschen KI-Tools in ganzen Sätzen befragen, nutzen sie unzählige Varianten derselben Frage. Zudem führen KI-Tools im Hintergrund oft mehrere verwandte Suchen gleichzeitig durch (Query Fan-Out). Sie optimieren also nicht mehr für kurze Begriffe, sondern für längere, konkrete Fragen (Prompt-Targeting)
Onpage-Optimierung
- Klassisch: Hier geht es um das Platzieren von Suchbegriffen im Text, das Verlinken eigener Unterseiten und das Anpassen von Bildern.
- Mit KI-SEO: Es kommt darauf an, wie Sie schreiben. KI-Systeme greifen sich einzelne Textbausteine heraus und kombinieren sie mit anderen Quellen.
- Formulieren Sie Antworten direkt und auf den Punkt.
- Gestalten Sie Abschnitte in sich abgeschlossen, sodass sie auch ohne den Rest des Artikels verständlich sind. Je klarer ein Text strukturiert ist, desto leichter kann die KI ihn als Antwort auslesen und anzeigen.
Technische Optimierung
- Klassisch: Aufgaben wie die Ladezeit zu verbessern (Core Web Vitals), die Website-Struktur logisch aufzubauen, Verlinkungsfehler zu beheben, Sicherheitsstandards (HTTPS) zu nutzen und Daten sauber zu strukturieren (Schema-Markup). Wichtig: Diese Grundlagen bleiben auch für KI-SEO unverzichtbar!
- Mit KI-SEO: Ergänzend müssen Sie sicherstellen, dass KI-Suchprogramme (Crawler) Ihre Website überhaupt lesen können.
- Viele KI-Crawler können mit komplexem Programmiercode (wie JavaScript) nicht umgehen. Seiten, die stark darauf aufbauen, werden von KIs oft nicht richtig erfasst (eine Ausnahme ist Gemini über die Google-Infrastruktur).
- In der Steuerungsdatei Ihrer Website (robots.txt) muss das Durchsuchen für KI-Tools erlaubt sein. Sie können Ihren Quelltext von einer KI prüfen lassen oder Spezial-Tools nutzen, um zu sehen, ob Sie KI-Crawler versehentlich blockieren.
Linkaufbau und Markenerwähnungen
- Klassisch: Suchmaschinen bewerten Webseiten besser, wenn viele andere hochwertige Seiten per Klick-Link (Backlink) auf sie verweisen.
- Mit KI-SEO: KI-Tools belohnen es, wenn Ihre Marke im Netz erwähnt wird, selbst wenn kein direkter Link gesetzt ist.
- Erwähnungen in Zeitungen, Fachmedien, Bewertungsportalen oder Blogs zahlen sich doppelt aus: Sie bringen einen klassischen SEO-Vorteil und stärken gleichzeitig Ihre Sichtbarkeit in der KI.
- Auch Links mit dem Merkmal nofollow (die für die klassische SEO bisher weniger Wert hatten) werden von KIs als Erwähnung wahrgenommen.
Messung
Für mich ist die Messung der Resultate ein fundamentales Instrument. Denn als Unternehmen will ich wissen, was die Massnahmen bewirkt haben und wo ich noch Verbesserungspotenzial habe. Ganz nach dem Motto von Paul Watzlawick (Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeut): „Wenn du immer wieder das tust, was du immer getan hast, wirst du auch immer nur das bekommen, was du immer bekommen hast.“
Deshalb: Ob manuelle Abfragen, Traffic-Analysen oder kostenlose Tools: Im nächsten Blogbeitrag zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Sichtbarkeit bei Google und in KI-Modellen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity messen können.
Haben Sie Fragen zum Thema oder möchten Sie einen KI-Kurs bei uns buchen? Kontaktieren Sie mich gerne.
Das Beitragsfoto wurde von der KI Gemini anhand der Tabelle mit den Aufgaben generiert.
Autorin:
Iris Affolter
Marketing- und Kommunikationsexpertin


