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Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Der Hirte Justus

Die, am Stadtrand wohnenden Hirten waren abergläubisch. Abends sassen sie am Lagerfeuer, weissagten sich die Zukunft und bejubelten sich gegenseitig, bis sie wirklich glaubten ausserordentlich zu sein.

Den andersdenkenden Stadtmenschen begegneten sie mit Verachtung. Oft redeten sie vom nahen Weltuntergang, den sie den unwürdigen Stadtmenschen sogar gönnten.

Als ein Hirte mit Namen Justus fragte, was mit „Erleuchteten“ am Weltuntergang wohl passieren werde, herrschte Ratlosigkeit. Nächtelang wurde am Lagerfeuer darüber debattiert. Jetzt machte sich unter den Hirten die Sorge breit. Ihnen wurde bewusst, dass auch ihre Herzen nicht rein waren und mit Anmassung, Arroganz und Ignoranz erfüllt waren.

Traurig und enttäuscht machte sich Justus auf die Suche nach seinem eigenen Weg. Dieser führte ihn zu einem Stall, in dem er für sich und seine Tiere ein Nachtquartier einrichtete. Er schlief unruhig und träumte. Am anderen Morgen wusste er die Antwort: Es sind die Flüsterer, die Gräben quer durch alle Bevölkerungsschichten aufreissen und sogar Familien, Freunde und Bekannte ins Schweigen treiben.

Justus wollte, dass in seinem Herz wieder Liebe, Hoffnung und Mut einkehren. Er packte seine Sachen und ging in die Stadt. Setzte sich beim Brunnen hin und wartete. Nach einiger Zeit gesellten sich immer mehr Menschen dazu. Ein Musiker nahm seine Gitarre zur Hand und stimmte ein Lied an: „…Friede den Menschen auf Erden…“

In diesem Sinne wünsche ich allen für die kommenden Festtage ein paar ruhige Momente zum Nachdenken und Innehalten.

Iris Affolter

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